berichte

27. Fachtagung der BAG Elektrotechnik, Informationstechnik, Metalltechnik und Fahrzeugtechnik e. V.
vom 13. und 14. März 2017 auf den 19. Hochschultagen Berufliche Bildung in Köln

Fachkräftesicherung in Zeiten von demographischem Wandel und Migration
Abstracts und Präsentationen

Wie kann der aktuellen Nachfrage an Fachkräften nachgekommen werden, wenn derzeit zunehmend beklagt wird, dass offene Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben? Ist diese Tendenz einzig einer demographischen Entwicklung geschuldet oder wird diese überlagert durch einen zusätzlichen gesellschaftlichen Akademisierungstrend? Welche Potenziale werden vor diesem Hintergrund durch die große Anzahl geflüchteter Menschen sichtbar, und wie können diese Potenziale dieser oben genannten Tendenz entgegenwirken? Antworten auf diesen Fragenkomplex zu finden, war erklärtes Ziel der 27. Fachtagung der BAG Elektrotechnik, Informationstechnik, Metalltechnik und Fahrzeugtechnik e.V., welche unter dem Titel „Fachkräftesicherung in Zeiten von demografischem Wandel und Migration“ im Rahmen der 19. Hochschultage vom 13. bis 15. März 2017 in Köln stattfand.
Nach der Begrüßung durch den BAG-Vorsitzenden Ulrich Schwenger bildeten am Nachmittag des ersten Tages drei Hauptvorträge den Auftakt zu dieser thematisch hoch aktuellen Fachtagung, wie 93% der Teilnehmer angaben. Zunächst zeigte Hartmut Müller (Dezernent bei der Bezirksregierung Köln) in seinem Eröffnungsvortrag „Berufspädagogik als Anker für Integration“ auf, welche Anstrengungen das Land Nordrhein-Westfalen derzeit unternimmt, um jungen geflüchteten Menschen durch vielfältige Sprachlern- und Förderangebote einen Zugang zum Bereich der beruflichen Bildung zu bieten.
Unter der Fragestellung „Handwerksbetriebe – Orte der Innovation und Integration?“ hob Helmut Dittke (Vorstandsmitglied IG Metall) die zentrale gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks für den Arbeits- und insbesondere für den Ausbildungssektor hervor. In seinem Beitrag betonte er zudem die unbedingte Notwendigkeit einer adäquaten Weiterbildung für alle im Handwerk Beschäftigten und zeigte unter einem weiteren Gesichtspunkt die Herausforderungen auf, die sich aus der Vielfalt und Heterogenität der heutigen Auszubildenden für die Betriebe ergeben, welche andererseits aber auch als Chance für deren gesicherten Fortbestand unabdingbar erscheinen.
Den Abschluss der Plenarvorträge bildete der Beitrag „Auswirkungen der Zuwanderung Geflüchteter seit 2015 auf den Arbeitsmarkt im Lichte der zukünftigen Fachkräftesicherung“ von Tobias Meier (Bundesinstitut für Berufsbildung), in dem er den inneren Zusammenhang zwischen Zuwanderung und Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, erkennbare Qualifikationspotenziale der Geflüchteten beleuchtete und weitere Untersuchungs- und Forschungsschwerpunkte des BiBB aufzeigte.
Am Vormittag des zweiten Tages der Fachtagung konnten sich die nahezu 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in fünf Arbeitskreisen durch Beiträge zu unterschiedlichen Fragestellungen informieren:
Unter dem Titel „Perspektive Integration – ein Weg zur Fachkräftesicherung?“ wurde im Arbeitskreis 1 mit insgesamt fünf Beiträgen ein Überblick geboten über derzeitige Bemühungen, junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in eine Berufsausbildung und damit langfristig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Im Arbeitskreis 2 wurde unter dem Titel „Wechsel/Wirkungen von Studium und Ausbildungsberuf“ mit insgesamt sechs Beiträgen der Frage nachgegangen, welche Formen und Möglichkeiten sich derzeit ergeben, studiums- und berufsbildungsrelevante Inhalte im Rahmen unterschiedlicher Ausbildungsgänge zu verknüpfen. Der Arbeitskreis 3 nahm sich unter dem Titel „Qualität der Lehrerbildung in Zeiten des Lehrermangels“ mit insgesamt sieben Beiträgen der Problematik an, in der heutigen Zeit geeignete Fachkräfte für ein Lehramt an beruflichen Schulen rekrutieren zu können. Der Titel „Didaktische <Reduktion> im Spannungsfeld von Hochtechnologie und Kompetenzentwicklung“ kennzeichnete den Schwerpunkt des Arbeitskreises 4, in welchem mit fünf Beiträgen Ideen und Fragestellungen zur unterrichtlichen Aufbereitung und Umsetzung aktueller Fragestellungen aufgezeigt wurden. Im Arbeitskreis 5 „Werte schaffen – Werte schöpfen. Plädoyers für eine nachhaltige Berufsbildung“ wurde schließlich mit vier Beiträgen der Frage nachgegangen, welche Anforderungen sich aus den derzeit zu beobachtenden technologischen Veränderungen auf die bestehenden Berufsbilder ergeben und welche Konsequenzen sich hieraus für alle an Berufsbildung beteiligter Akteure abzeichnen.
Mit seinem Beitrag „Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Elektro- und Metallberufe in den neuen Bundesländern“ beschloss Klaus Jenewein (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) die Fachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaften ElektroMetall. Hierin präsentierte er Forschungsergebnisse, welche die Auswirkungen auf die Ausbildungsabschlüsse über einen längeren Zeitraum untersuchten und resümierte notwendige Perspektivänderungen und Handlungsoptionen, wie sie sich hieraus für für Bildungspolitik, Berufsbildungspraxis und -forschung ergeben.
Inhaltliche Konkretisierungen zu den Plenumsbeiträgen sowie den Einzelbeiträgen der fünf Arbeitskreise finden sich wie gewohnt als Abstracts auf der Homepage der BAG. Darüber hinaus ist beabsichtigt, die oben skizzierten Einzelbeiträge zeitnah zu veröffentlichen.

Kassel, 30.03.2017

Uli Neustock


26. Fachtagung der BAG Elektrotechnik, Informationstechnik, Metalltechnik und Fahrzeugtechnik e. V.
vom 22. und 23. April 2016 in Karlsruhe

Digitale Vernetzung der Facharbeit
Abstracts und Präsentationen

Unter dem Titel „Digitale Vernetzung der Facharbeit“ fand vom 22. bis 23. April 2016 im Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung die 26. BAG-Fachtagung in Karlsruhe statt, zu der sich ca. 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen fanden.



Prof. Dr. Hartmann, TU Dresden (l) u. Prof. Dr. Gidion, KIT (r)

Dr. Gert Zinke, BIBB (l)
u. Prof. Dr. Becker, Leibniz-Universität Hannover (r)

Nach der Begrüßung durch die Seminarleiterin und Gastgeberin, Frau MR‘in Susanne Thimet und den BAG-Vorsitzenden Ulrich Schwenger bildeten vier Plenumsvorträge den Auftakt des Kongresses. Martin Hartmann (TU Dresden), Lars Windelband (PH Schwäbisch-Gmünd) und Gerd Zinke (BIBB), Matthias Becker (TU Hannover) sowie Gerd Gidion (KIT Karlsruhe) schlugen dabei mit ihren Beiträgen einen weiten Bogen über aktuelle Untersuchungen und Fragestellungen zum Thema „Internet der Dinge – Industrie 4.0“, wie sie derzeit an deutschen Hochschulen diskutiert werden. Ausgangspunkt bildete dabei ein Ansatz über die Reflexionsstufentheorie, nach welcher aktuelle Kompetenzanforderungen vor dem Hintergrund der digitalen Entwicklung aufgespürt werden könnten. Wie weit inzwischen eine digitale Vernetzung in der Arbeitswelt erfolgt ist, wurde durch zwei Studien, einmal aus dem Bereich der Industrie, einmal aus Sicht des Handwerks, aufgezeigt, um einerseits spezifische Ausprägungen, andererseits aber auch Überschneidungen und Abgrenzungen beruflicher Anforderungen zu verdeutlichen. Das Plenum wurde beschlossen durch den Versuch, eine Strukturierung der Gesamtsituation „Digitalisierung in der Facharbeit“ zu erreichen und neun charakteristische Auswirkungen einer forcierten digitalen Vernetzung zu lokalisieren.
Nach bewährter Tradition fächerten sich die Themen des zweiten Tages in drei sich ergänzende Workshops auf, in denen die Fragestellungen, welche am Vortag in den Plenumsbeiträgen aufgeworfen wurden, vertieft wurden:
Unter dem Titel „Industrie 4.0 – Neue Ausbildungs- und Unterrichtspraxis?“ bot der Workshop 1 mit fünf Einzelvorträgen einen Überblick über die neue Rolle der Facharbeiter, suchte Antworten auf die Frage, wie sich aus didaktischer und unterrichtspraktischer Sicht Lehr-Lernarrangements zukünftig ändern und welche Kompetenzen stärker in den Fokus genommen oder gar neu bestimmt werden müssen.
Der Frage, inwieweit eine digitale Vernetzung auch bereits im Handwerk Einzug gehalten hat, wurde unter dem Titel „Handwerk, Digitalisierung und das Internet der Dinge“ im Workshop nachgegangen. Dabei beleuchteten die insgesamt sechs Einzelbeiträge einerseits die verschiedenen Einsatzbereiche und Felder, in welchen eine Vernetzung stattfindet. Gleichzeitig unterstrichen sie dabei die Möglichkeiten für die Handwerksbetriebe, die durch den Einzug digitaler Vernetzungssysteme an Bedeutung gewinnen. Abgerundet wurde der Workshop durch viele Umsetzungsbeispiele aus der den unterschiedlichen Bereichen sowie der Frage, welchen Einfluss diese Tendenzen auf die (Weiter-) Entwicklung arbeitsprozessbasierter Curricula besitzen.
Der dritte Workshop mit dem Titel „Lehrerbildung 4.0?“ befasste sich mit der Frage, welche Einflüsse der Einzug digitaler Vernetzungstechnologien in Industrie und Handwerk auf die Lehrerbildung und damit letztlich auch auf die unterrichtliche Gestaltung von Lehr-/Lernarrangements nach sich ziehen. In den ebenfalls sechs Einzelbeiträgen boten die  Referierenden aus den Bereichen der Schulaufsicht, der drei Phasen der Lehrerbildung sowie der beruflichen Schulen konkrete Projektideen und Lösungsansätze, mit denen sich ergebende Anforderungen und Herausforderungen begegnet werden könnte.
im Vorfeld der Fachtagung und zur thematischen Einstimmung der 26. BAG Fachtagung fand eine gut besuchte Besichtigung des Siemens Industrieparks in Karlsruhe statt. Hier konnte quasi direkt online mitverfolgt werden, welche (Eingriffs-) Möglichkeiten die digitale Vernetzung bezüglich der globalen Energieversorgung bietet.
Den pädaogisch-kulturell verbindenden Schwerpunkt setzte „Frl. Knöpfle“ zum Auftakt der Abendveranstaltung, indem sie die Tagungsmitglieder an den sehr persönlichen Lebensumständen einer Fleischereifachverkäuferin teilhaben ließ.
Markus Wecker vom Carl-Miele-Berufskolleg Gütersloh setzte in seinem Abschlussvortrag mit dem Titel „Digitalisierung der Arbeitswelt – Herausforderungen aus gesellschaftlich-politischer Sicht“ einen markanten Schlusspunkt, indem er die digitale Vernetzung der Arbeitswelt in einen gesellschaftspolitischen Kontext stellte, vor welchem letztlich nicht nur die Vorzüge der Entwicklung, sondern ebenso potentielle Risiken für den Einzelnen in beeindruckender Weise sichtbar wurden.
Weitere inhaltliche Skizzen zu den Plenumsbeiträgen sowie den Einzelbeiträgen der drei Workshops finden sich als Abstracts auf der Homepage der BAG. Ausführlich werden die meisten Vorträge der Fachtagung in Band 42 der wbv-Reihe „Berufsbildung, Arbeit und Innovation“ noch in diesem Jahr veröffentlicht.

Kassel/Karlsruhe 2016

Uli Neustock

25. Fachtagung der BAG Elektrotechnik, Informationstechnik, Metalltechnik und Fahrzeugtechnik e. V.
vom 19. und 20. März 2015 im Rahmen der 18. Hochschultage berufliche Bildung in Dresden


Bedeutungsverlust oder Imagegewinn? - Wandel der elektro- und metalltechnischen Aus- und Weiterbildung
Abstracts und PräsentationenEvaluation

Im Rahmen der 15 Hochschultage Berufliche Bildung 2015 an der TU Dresden fand am 19. und 20. März die 25. BAG- Fachtagung statt. Unter dem Thema „Bedeutungsverlust oder Imagegewinn? - Wandel der elektro- und metalltechnischen Aus- und Weiterbildung“ trafen rund 130 Teilnehmer zusammen, um sich über aktuelle Fragen der Aus- und Weiterbildung sowie der Lehrerbildung vor dem Hintergrund aktueller fachdidaktischer und berufspädagogischer Entwicklung zu informieren bzw. auszutauschen. Im Zentrum stand dabei der von der OECD ausgelöste Akademisierungsdruck, der in vielfältiger Weise die Berufsbildung erfasst hat und z. T. bedrängt.
Den Auftakt zur Tagung bildeten im Beruflichen Schulzentrum für Technik „Gustav-Anton Zeuner“ die Begrüßungen durch den Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums Technik, Dr. Georg Clemens und des BAG-Vorsitzenden Ulrich Schwenger. In ihren Eröffnungsvorträgen umrissen Dr. Bernd Klingen, Wissenschaftsrat, Timo Gayer aus dem Vorstand der IG-Metall, sowie Prof. Gerald Straka, ITB Bremen, das Spannungsverhältnis von dualer und hochschulischer Ausbildung im Kontext aktueller europäischer Berufsausbildungskonzepte und regten mit teils provokanten Thesen zur berufsbildungspolitischen Situation zur Diskussion und zum Nachdenken über die derzeitige Entwicklung an.
Im Anschluss an den offiziellen Eröffnungsvortrag, diesmal gehalten von Prof. Rolf Dubs, Universität St. Gallen, fand die BAG-Mitgliederversammlung statt.
Am Abend war – leider nicht für alle – die Möglichkeit gegeben, auf dem Tagungsfest im „Carolaschlösschen“ mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der anderen Fachtagungen ins Gespräch zu kommen und sich bei sächsischen Spezialitäten im wahrsten Sinne „über den Tellerrand“ auszutauschen.
Der nächste Tag fand bis zum Mittag am Beruflichen Schulzentrum für Elektrotechnik statt, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Schulleiter
Bernd Petschke begrüßt wurden. In drei parallel angebotenen Arbeitskreisen konnten sie sich über Beispiele anspruchsvoller dualer Ausbildung (AK1), über aktuelle Berufsbildungsperspektiven und -fragestellungen (AK2) sowie über innovative Ansätze zur Ausbildung von Berufspädagoginnen und -pädagogen in den technischen Fachrichtungen informieren und die dargebotenen Konzepte diskutieren. Die Tagungspause am Vormittag bot Gelegenheit, an den Ständen der Sponsoren einen Überblick über die aktuellen Schulbücher und Lehrmittel zu erhalten. Ein besonderes Highlight war die zu selben Zeit stattfindende partielle Sonnerfinsternis, auf die man vom Foyer der Schule einen exzellenten Blick hatte.
Die Fachtagung wurde abgeschlossen durch den Vortrag von Prof. Dr. Thomas Vollmer von der Universität Hamburg. Hierin betonte er die Notwendigkeit, den Gedanken einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten beruflichen Bildung nicht nur auf einige wenige Fachbereiche begrenzt zu lassen, sondern auf die gesamte Ausbildung in den Bereichen Industrie und Handel auszuweiten und verstärkt in den Blick zu nehmen.
Am Nachmittag bestand die Möglichkeit an fachbereichsübergreifenden Workshops der Hochschultage teilzunehmen, die von den Teilnehmern vor allem wegen der hohen Aktualität der Beiträge geschätzt wurden.
Die Kurzfassungen der Vorträge und Präsentationen aus den Arbeitskreisen und den Plenen der BAG-Fachtagung können im Internet eingesehen werden. Zum Ende des Jahres wird in der Wissenschaftsreihe des W. Bertelsmann Verlages ein ausführlicher Band zum Tagungsthema erscheinen. Für BAG-Mitglieder wird es eine begrenzte Anzahl zum Vorzugspreis von 24,50 € statt 49,00 € geben.

Kassel/Dresden 2015

Uli Neustock


24. Fachtagung der BAG Elektrotechnik, Informationstechnik, Metalltechnik und Fahrzeugtechnik e. V.
vom 14. und 15. März 2014 in Kassel

Arbeitsprozesse, Lernwege und berufliche Neuordnung
(Abstracts und Downloads)

Unter dem Titel „Arbeitsprozesse, Lernwege und berufliche Neuordnung“ fand am 14. und 15. März 2014 die 24. BAG-Fachtagung an der Max-Eyth-Schule in Kassel statt. Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden den Weg nach Kassel, um sich untereinander und in unterschiedlichen Workshops mit über 30 Referentinnen und Referenten darüber auszutauschen, wie vor dem Hintergrund technologischer Entwicklungen, des demografischen Wandels, einer zunehmend höheren Studienbereitschaft sowie ein sich deutlich abzeichnender Fachkräftemangel zu agieren ist und welche Aufgabenschwerpunkte sich abzeichnen.
Nach einer Exkursion zum VW-Werk in Baunatal, zu dem etwa ein Drittel der Teilnehmer ihr Interesse bekundet hatten,
bildeten nach der Begrüßung durch den Hausherrn, Arno Koch, und des 1. Vorstandsvorsitzenden der BAG, Ulrich Schwenger, drei Plenumsvorträge den Auftakt.
Daniela Ahrens und Christian Gorldt illustrierten unter dem Titel „Die vierte industrielle Revolution – die Implementierung hat begonnen“ wie im Zuge fortschreitender Automatisierung, gekennzeichnet durch den Begriff „Industrie 4.0“ Smart-Technologien in den industriellen Alltag Einzug halten und welche Herausforderungen sich hieraus insbesondere für den Qualifizierungsbedarf zukünftiger Facharbeiterinnen und Facharbeiter daraus ergeben.
Klaus Jenewein, der dankenswerterweise kurzfristig für Peter Röben eingesprungen ist, machte in seinem Vortrag „Berufliche Bildung und Abitur – am Beispiel eines neuen beruflichen Gymnasiums mit Profilschwerpunkt Ingenieurwissenschaften“ deutlich, wie stark sich inzwischen auch die fachliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler gewandelt hat weg von den klassischen Schwerpunkten der beruflichen Gymnasien wie Metalltechnik, Elektrotechnik und Informationstechnik hin zu einer neuen, schwerpunkt-integrativer Ausrichtung der Ingenieurwissenschaften.
Einblicke in administrative Bemühungen, den derzeitigen Tendenzen bei der Entwicklung neuer Berufsprofilen zu entsprechen, gab Gert Zinke vom Bundesinstitut für Berufliche Bildung in seinem Bericht zur „Berufsfeldanalyse zu den Elektroberufen“. Hierin verdeutlichte er die zunehmende Relativierung bestehender Domänenbezüge wie Elektrotechnik, Metalltechnik und Informatik hin zu einer noch stärker an den betrieblichen Prozessen ausgerichteten beruflichen Ausbildung.
Denkanstöße einer etwas anderen Art bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei dem Abendvortrag von Matthias Wesslowski zu dem Titel „Neue Lernwege im Spannungsfeld von Orientierung und Okzidentierung“ geboten. In einem gelungenen, nicht allein geistig-funkensprühenden Beitrag schlug er einen Bogen von den bereits von den Inkas belegten historischen Ansätzen der Digitaltechnik über die auf das Wesentliche konkretisierte beruflicher Fachtermini, verdeutlicht am Beispiel der „Backmütze“ und entließ die Abendgäste mit einem Arbeitsauftrag zum metaphysischen Hinterfragen des Phänomens „Erscheinen und Verschwinden von Gegenständen“.
Der folgende Vormittag wurde geprägt durch Beiträge und Diskussionsmöglichkeiten in fünf parallele Workshops zu den Themen „Neue Lehr- und Lernwege in elektro- und metalltechnischen Berufen (WS 1, Moderation Friedhelm Eicker), „Kompetenzentwicklung und Profilbildung in Beruflichkeit und Fachlichkeit an den Lernorten“ (WS 2, Moderation Thomas Vollmer), „Bedarfsorientierung der Berufsbildung als regionale Zukunftsstrategie“ (WS 3, Moderation Markus Steffens), „Wege zwischen Berufsbildung und Studium“ (WS 4, Moderation Ulrich Schwenger) sowie „Professionalisierung in der Lehrer(fort)bildung“ (WS 5, Moderation Uli Neustock)
Den Abschluss der Fachtagung bildete der Schlussvortrag „Professionalisierung in der Lehrerbildung durch Deprofessionalisierung?“ von Matthias Becker. Hierin machte er in beklemmender Weise sichtbar, wie sich die Entwicklung grundständig ausgebildeter Lehrerinnen und Lehrer für das Lehramt an beruflichen Schulen derzeit entwickelt. Demnach befinden sich gerade in den gewerblich-technischen Fachrichtungen teilweise nur ein Zehntel der benötigten Lehrerinnen und Lehrer in der Ausbildung und es müssen viele, z.T. auch unkonventionelle und unbequeme Maßnahmen in Kauf genommen werden, um dem sich abzeichnenden Mangel auch nur ansatzweise gerecht werden zu können.
Die 24. BAG-Fachtagung hat an der Max-Eyth-Schule in Kassel einen inspirierenden und gut organisierten Rahmen erhalten, welcher viele Begegnungen, Diskussionen und Anregungen auf unterschiedlichsten Ebenen erlaubte. Für diejenigen, die sich noch mit der kulturellen Seite Kassels beschäftigen wollten, bildete die Stadtführung zum Thema „Spuren der documenta“ einen inspirierenden Abschluss der diesjährigen Fachtagung.

Uli Neustock


23. Fachtagung der BAG Elektrotechnik, Informationstechnik, Metalltechnik und Fahrzeugtechnik e. V.
vom 13. und 14. März 2013 im Rahmen der 17. Hochschultage berufliche Bildung in Essen

Smart Technologies – Berufsfeldbezogene Lösungen
(Abstracts und Downloads)

Es waren wohl die bisher kältesten Hochschultage. Viele Teilnehmer und Referenten wurden Opfer der winterlichen Verhältnisse und erreichten den Campus Essen der Universität Duisburg-Essen nur mit großer Verspätung oder manchmal auch gar nicht. Leider war auch die 23. Fachtagung der neuen Bundesarbeitsgemeinschaften für Berufsbildung in den Fachrichtungen Elektro-, Informations-, Metall- und Fahrzeugtechnik hiervon nicht ausgenommen. So traf Robert Helmrich vom Bundesinstitut für Berufsbildung am ersten Tag Essen viel zu spät ein und es war ein Glück, dass er seinen höchstinteressanten Vortrag zur Projektion der Fachkräfteentwicklung noch am zweiten Tag als Schlussvortrag halten konnte. Denn bedauerlicher Weise musste Thomas Vollmer von der Universität Hamburg seinen mit Spannung erwarteten Vortrag mit dem Titel „Generation Nachhaltigkeit“ wegen einer akuten Grippe absagen. Doch in Kürze werden wir ihn als Artikel in der Tagungsdokumentation, die wie in den letzten Jahren bei bwp@ veröffentlicht wird, nachlesen können. So blieb den beiden Referenten, Viktor Grinewitschus, Ordinarius an der Hochschule Ruhr West, und Wolfgang Meyer, dem Leiter des Heinz-Nixdorf-Berufskollegs in Essen, am Vormittag des 13. März viel Zeit für ihre interessanten Vorträge. Viktor Grinewitschus entwickelte sehr anschaulich und überzeugend die Anforderungen an die Facharbeit, die sich aus der „intelligenten“ Technik eines Smart-House-Konzepts ergeben. Dabei betonte er u. a. sehr eindringlich die Bezüge zu den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft, die zur Verschiebung des Fokus weg vom Komfort-Effekt hin zum sinnvollen Einsatz vielfältiger Assistenzsysteme führen, die ein Leben auch im hohen Alter oder bei körperlichen Gebrechen in den eigenen vier Wänden ermöglichen. Wolfgang Meyer, der langjährige Leiter des Heinz-Nixdorf-Berufskollegs, der auch Gastgeber für den Arbeitskreis 2 „Intelligenz der Systeme: Herausforderungen an die elektro- und informationstechnische Berufsbildung“ war, nutzte den Auftakt der Tagung, um einen Blick zurück zu werfen und die Schritte von den informationstechnischen Anfängen hin zur heutigen Smart Technology nachzuzeichnen. Es war für die Zuhörer auch von großem Interesse, zu erfahren, welche Rolle berufsbildende Schulen und insbesondere das Heinz-Nixdorf-Berufskolleg bis zum heutigen Tag in diesen Prozessen gespielt haben.

Der Schlussvortrag von Robert Helmrich brachte etwas Entspannung in die Diskussion, ob denn nun in den nächsten zwanzig Jahren in den durch die Fachtagung repräsentierten beruflichen Sektoren ein Gau bzgl. der Verfügbarkeit von Facharbeit zu erwarten sei. Wenn er auch wiederholt deutlich machte, dass seine Ausführungen und Schlussfolgerungen nur die Projektion gegenwärtiger Verhältnisse auf die nahe Zukunft darstellten, verwies er aber auch darauf, dass jetzt noch Zeit sei, einer Austrocknung des Arbeitsmarktes für Fachkräfte mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen. So entließ er am Ende der Tagung seine Zuhörer mit einer unüberhörbaren Aufforderung, an den Stellen ihrer persönlichen Verantwortung die Zeichen zu beachten und die Weichen richtig zu stellen.


Prof. Dr. Viktor Grinewitschus, Hochschule Ruhr West

Oberstudiendirektor Wolfgang Meyer, Heinz-Nixdorf- Berufskolleg Essen

Dr. Robert Helmrich,
Bundesinstitut für Berufsbildung
Bonn


Oberstudiendirektor a. D. Ulrich Schwenger, Erster Vorsitzender der BAG ElektroMetall

Arbeitskreis 3. V. l.: Michael Reinhold, Uni Bremen; Wilko Reichwein, Uni Hamburg,
Christian Priester, Oskar-von-Miller-Schule Kassel, Olaf Herms, BBS II Delmenhorst

Der Nachmittag des dreizehnten und der Vormittag des vierzehnten März wurden durch die Aktivitäten der Arbeitskreise bestimmt. Es war sehr erfreulich, dass alle gut besucht waren und lebhafte Diskussionen nach einer Vielzahl interessanter Vorträge von immerhin 31 Referenten das Bild prägten.

Gemeinsam mit Jürgen Poch entwickelte Martin Hartmann von der Technischen Universität Dresden ein Szenario für Autonomie im Alter, nahm so die bereits im Eröffnungsvortrag angerissenen Überlegungen wieder auf, und reflektierte die Bedeutung an der Frage der Berufsschneidungen, die sich unter dem Aspekt der Assistenzsysteme nicht nur in den Dimensionen technischer, sondern auch sozialer Berufe stellt. Der zweite und der dritte Vortrag des ersten Tages zielten auf methodische Fragestellungen beruflicher Lehr-/Lernprozesse. Im Vergleich von Unternehmens- und Schulprojekten arbeitete Stephan Repp (BBS Trier für Gestaltung und Technik/Universität Kaiserslautern) die Unterschiede und die Potentiale für eine Lernortkooperation von Unternehmen und berufsbildenden Schulen heraus. Er zeigte beispielhaft Unternehmensprojekte zur Anwendungsentwicklung mit Fachinformatik-Auszubildenden auf. Im Weiteren ging er auf die Ergebnisse ein, die nicht alle positiv verliefen. Insbesondere verwies er auch darauf, dass die Erwartung mancher Unternehmen, eine sehr kostengünstige Produktion zu erhalten, nicht unbedingt eintraf. Einen weiteren interessanten Beitrag lieferte Frau Katarina Morgret (Landesinstitut für Schule Bremen), indem sie ihre Masterarbeit zu Prozessen und Voraussetzungen selbstregulierten Lernens vorstellte. Sie arbeitete Unterschiede zwischen den verschiedenen Vorgehensweisen "selbstorganisierten", "selbstgesteuerten" und "selbstregulierten" Lernens heraus. Interessant war der von ihr aufgezeigte Aspekt, Lernvereinbarungen individuell einzusetzen, wobei die Lernenden die von ihnen eingesetzten Methoden zwar kennen aber im Vorhinein nicht tiefgreifend verstanden haben, doch von deren Funktionieren überzeugt sein müssten.       
Einem Kernproblem der Lehrerqualifizierung in Nordrhein-Westfalen widmete sich Ralph Dreher: Es ist der Wunsch nach einem stärker bildungswissenschaftlich orientierten Studium mit Reflexionsmöglichkeiten hinsichtlich der persönlichen Eignung und der Durchdringung von Bedeutung und Struktur beruflicher Bildung. Ein Wunsch der insbesondere auf dem Hintergrund der Berufswechsler und deren Einstiegsproblemen in die Lehrerausbildung entstanden ist. Dem wird an der Universität Wuppertal mit einem kooperativen Angebot für das Lehramt an Berufskollegs unter Nutzung des COMET-Instruments begegnet. Das Studium baut auf einem Bachelor-Ingenieurstudium auf, welches eine Verzahnung mit dem universitären Studium in der Art aufweist, dass das bildungswissenschaftliche Einführungsmodul inklusive Orientierungspraktikum parallel studiert werden kann. 
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen von Lernen mittels informationstechnischer Angebote. Alle Referenten kamen vom Institut für Technik und Bildung (ITB) der Universität Bremen. Sven Schulte und Thorsten Grantz fragten nach einer Renaissance des E-Learnings und zeigten an Projektbeispielen auf, wie sich dieses heute gestaltet. Michael Sander stellte das Instrument der Kompetenzwerkst@tt Elektrotechnik ausführlich anhand von Beispielen auch zur Darstellung von Arbeitsprozessen und zu einsetzbaren Lernaufgaben dar und zeigte auch Grenzen auf. Die Weiterentwicklung der Kompetenzwerkst@tt wurde von Falk Howe anhand gegenwärtiger Projekte skizziert, wobei er einen besonderen Akzent auf die Vernetzung des betrieblichen und des schulischen Wissens legte.

Schon der Eröffnungsvortrag von Wolfgang Meyer gab einen tiefen und interessanten Einblick in die Arbeit der Heinz-Nixdorf-Berufskollegs. In Essen gelegen, ergab sich so die Möglichkeit für die Teilnehmer des zweiten Arbeitskreises, das Berufskolleg am Vormittag des zweiten Tages zu besuchen und sich einen unmittelbaren Eindruck vom Unterrichtsprojekt zur Entwicklung einer Geschenke-App zu verschaffen. Interessant war hierbei die enge Kooperation zwischen der Deutschen Telekom als Ausbildungsbetrieb, dem Berufskolleg und einem Gymnasium. Ebenfalls ein Kooperationsprojekt stellte Markus Steffens vor, das sich auf intelligente Energie sparende Antriebssysteme bezog, auf unmittelbaren Kompetenztransfer abhob und in enger Kooperation zwischen den Studierenden der Fachschule und örtlichen Betrieben umgesetzt wurde.      
Diesen praktischen Einblicken waren am ersten Tag Beiträge wie z. B. Smart Energy unter Beachtung der
Richtlinie der Europäischen Union über Endenergieeffizienz (Reinhard Geffert), Smart Metering – ein Beispiel für systematische Lernortkooperation in der Trias Berufsbildungsforschung, Betrieb und Berufsschule unter Beachtung gegenseitiger Anschlussfähigkeit und Smart Grid – intelligentes Management von Energieverteilungsnetzen (Andreas Stetza und Robert Redling) vorausgegangen. Den Abschluss des Arbeitskreises 2 bildeten am ersten Tag zwei Vorträge, die zum einen die curricularen Bezüge eines beruflichen Gymnasiums unter ingenieurwissenschaftlicher Sichtweise thematisierten (Klaus Jenewein) und zum anderen sich der Frage der Lern- und Arbeitsmethoden in einem hochautomatisierten, vernetzte Umfeld widmeten (Florian Beier und Thomas Kohlmeier).

Der mit rund 25 Teilnehmern und Teilnehmerinnen gut besuchte Arbeitskreis 3 „Die Energiewende intelligent gestalten – Berufsbildung im Zeichen des Wandels“ bot ein breites und interessantes Spektrum von Vorträgen. Am ersten Tag stand das Thema Elektromobilität und die grundlegende Ausrichtung einer zukunftsorientierten Ausbildung im Fokus der Referenten. Olaf Herms (Berufsbildende Schule II Delmenhorst) befasste sich mit Ansätzen einer Integration Beruflicher Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BBNE) in die gewerblich-technische Ausbildung. Dabei bezog er sich auf konkrete Umsetzungskonzepte an der BBS II in Delmenhorst. Im zweiten Beitrag von Matthias Becker (Universität Flensburg) wurden aktuelle Erkenntnisse zum Thema Elektromobilität und den daraus abzuleitenden Qualifikationsanforderungen für die Facharbeit vorgestellt und diskutiert. Ebenfalls auf das Thema Elektromobilität bezogen sich die beiden folgenden Beiträge von Christian Priester (Oskar-von-Miller-Schule Kassel) und Ralf Klagges (Utopia Velo GmbH Saarbrücken). Priester stellte didaktische Herausforderungen und konkrete Umsetzungskonzepte bei der Durchführung des Schülerprojektes Solar-Tankstelle für Elektrofahrräder vor und Ralf Klagges referierte sehr eindrucksvoll über den Mangel an geeigneten Fachkräften für die Fertigung und den Service von Elektrofahrrädern und Pedelecs, wobei er die Schwierigkeiten veranschaulichte, mit denen langjährige Mitarbeiter bei der Einführung neuer Technologien zu kämpfen haben. Am zweiten Tag der Fachtagung waren in diesem Arbeitskreis drei Vorträge vorgesehen. Dadurch war deutlich mehr Zeit für Diskussionen vorhanden, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch aktiv genutzt wurde. Inhaltlich wurden zwei Schwerpunkte sichtbar: Werner Müller (ITB Bremen) und Wilko Reichwein (IBW Uni Hamburg) präsentierten in unterschiedlicher Weise Überlegungen zur Energieeffizienzstrategie im Rahmen des Nachhaltigkeitsdiskurses. Während Müller sich mit den (Neben-)Effekten der Effizienstrategie auseinandersetzte (Rebound und Co), ging Reichwein auf die grundsätzliche Bedeutung des Effizienzgedankens für Unternehmen ein und stellte erste didaktische Überlegungen zur Umsetzung in elektrotechnischen Ausbildungsgängen vor. Michael Reinhold (ITB Bremen) thematisierte in seinem Vortrag den Stellenwert der Energiewende in der universitären Ausbildung von Bildungspersonal am Beispiel von Lehramtsstudiengängen der Universität Bremen.

Während sich Arbeitskreis 3 bereits unter dem Gesichtspunkt der Energiewende der Elektromobilität widmete, wurde in Arbeitskreis 4 der Produktions- und Qualifikationsaspekt der Fahrzeugberufe aufgegriffen. Die Referenten an beiden Tagen boten viele Informationen und setzten neue Impulse, was sich in den regen und interessanten Fragen der Anwesenden wiederspiegelte. Claudia Ball von der DEKRA-Akademie zeigte auf, wie die Diskussion der Fahrzeugberufe auf europäischer Ebene die nationale Ausbildung bei den Berufskraftfahrern verändert hat und welche künftigen Herausforderungen sich hieraus ergeben. Im Bereich des Unfallreparaturmanagements konnte Nils Petermann von der Universität Bremen Wege zu einem ganzheitlichen und nachhaltigen Konzept des aufzeigen und Franz Krämer vom Nicolaus-August-Otto-Berufskolleg Köln stellte in beeindruckender Weise dar, wie Veränderungen der Karosseriekonstruktion und der Einsatz neuer (Verbund-)Werkstoffe nicht nur die Facharbeit sondern vor allem auch die Fahrzeugkonstruktion, die besonders im Bereich beruflicher Weiterbildung von Bedeutung ist, verändern. Ein Wermutstropfen bei den „intelligenten“ Konstruktionen und Werkstoffen ist aber nach seiner Aussage der Konflikt zwischen Sicherheit und Leichtbau einerseits und nachhaltiger Materialwirtschaft andererseits.  
Die Teilnehmer des zweiten Abschnitts des Arbeitskreises, der sich mit produktionstechnischen Aspekten und daraus abzuleitenden Zertifizierungsambitionen von Berufskollegs einerseits und mechanisch-physikalischen (Fehl-)Vorstellungen von Auszubildenden andererseits beschäftigte, waren von den beiden Beiträgen von Boris Sauer (Fachleiter und fachlicher Koordinator am Georg-Kerschensteiner Berufskolleg Troisdorf) und Christoph Sjöberg (Referendar am Landesinstitut für Schule Bremen) sehr angetan. So zeichnete Boris Sauer sehr kenntnisreich Verfahren, Vorteile und Schwierigkeiten eines Zertifizierungsverfahrens für ein Berufskolleg am Beispiel des AUDITS „Zertifizierung der rechnergestützten Fertigung im Bereich der CNC-Technik“ auf. Eine ganz andere Perspektive eröffnete der Vortrag von Christoph Sjöberg, der von einem Forschungsprojekt berichtete in dem die physikalisch-technischen Modellvorstellungen von Auszubildenden im Mittelpunkt standen und deren Einfluss auf richtige oder falsche technische Funktionsprognosen untersucht wurden. Die Erkenntnisse der Untersuchung haben einen erheblichen Einfluss auf die didaktische Struktur von Unterricht.

Unter dem Strich werden die vergangenen Hochschultage, obwohl sie mit witterungsbedingten Schwierigkeiten gekämpft haben, bei den meisten ihrer Teilnehmer sehr eindrücklich in Erinnerung bleiben. Hierzu beigetragen hat die perfekte Organisation durch Prof. Dr. Münk zusammen mit seinen Mitarbeitern als Ausrichter. Ihnen gebührt großer Dank. Da ist es nachrangig, dass die Zahl der Anmeldungen nicht mehr das Niveau vergangener Jahre erreichen konnte; denn zweifelsohne haben diese Hochschultage wieder Maßstäbe gesetzt.

Ulrich Schwenger



22. Fachtagung der BAG Elektrotechnik, Informationstechnik, Metalltechnik und Fahrzeugtechnik e. V.
vom 23. und 24. März 2012 in Aachen

Deutscher Qualifikationsrahmen - Wirkungen in Beruf und Bildung
(Abstracts und Downloads)

Nahezu 100 Teilnehmer aus Berufsbildenden Schulen, Universitäten und Betrieben fanden sich am 23. und 24. März 2012 zur 22. Fachtagung Berufliche Bildung unter dem Titel „Deutscher Qualifikationsrahmen – Wirkungen in Beruf und Bildung“ in Aachen ein. Diesmal wurde sie gemeinsam ausgerichtet von den Bundesarbeitsgemeinschaften Elektrotechnik, Informationstechnik, Metalltechnik und Fahrzeugtechnik e. V. und der EU-Geschäftstelle der Bezirksregierung Köln. Zum Auftakt am Freitag bot die RWTH Aachen mit ihrem neuen studienfunktionalen Centrum SuperC einen beeindruckenden Rahmen. Die perfekte Organisation durch die Berufskollegs „Gestaltung und Technik“ sowie der „Mies-van-der-Rohe-Schule“ verhalf den Workshops und dem Abschlussvortrag am Samstag zu einer äußerst produktiven Abrundung der Tagung. Die tatkräftige Unterstützung der Mitarbeiter des Fachbereichs Arbeitswissenschaft der RWTH Aachen trug ihr Übriges dazu bei.

Neben einem abwechslungsreichen und zugleich informativen Rahmenprogramm aus Betriebsbesichtigungen, Kabarett mit Bernd Gieseking, Lehrmittelmesse und einer Stadtführung wurden in Workshops und Vortragsveranstaltungen unterschiedliche Fragestellungen und Sichtweisen zur Tagungsthematik vorgetragen und diskutiert. Darüber hinaus ergaben sich immer wieder auch Möglichkeiten zu einem individuellen Austausch, welche von den bundesweit angereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie Referentinnen und Referenten rege genutzt wurden.

Den Auftakt der Fachtagung bildeten Eröffnungsvorträge von Klaus Fahle, Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa, Lothar Herstix, u. a. Vorsitzender des KMK-DQR-Arbeitskreises und Ko-Vorsitzender des DQR-Arbeitskreises beim BMBF sowie Hartmut Müller, Leiter der EU-Geschäftsstelle der Bezirkregierung Köln. Im Rahmen ihrer Vorträge stellten sie derzeitige Entwicklungsstände bezüglich des DQR dar und erläuterten den Umsetzungsprozess. Als Akzente sind zu nennen: die dem Bachelor gleichwertige Anerkennung der Ausbildung zum Staatl. Geprüften Techniker, aber auch die Nichteinbeziehung allgemeiner Bildungsabschlüsse. Neben der europäischen Perspektive beleuchteten alle Vortragenden auch kritische Aspekte, so z. B. Fragen nach Handlungs- und Gestaltungsspielräume für die weitere Entwicklung und ob eine Fokussierung auf Lernen unabhängig von Bildungsgängen nicht zuletzt die Substanz berufsschulischer Bildung in Frage stelle. Das Plenum wurde nach seinen einführenden Worten vom Ersten Vorsitzenden der Bundesarbeitgemeinschaften, Ulrich Schwenger, moderiert.

Am Samstag fanden zu unterschiedlichen Aspekten insgesamt fünf Workshopreihen statt. Hier erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, sich zu Themen wie Austauschprogramme für Europa (TRIFT), Entwicklung kompetenzorientierter Ausbildungsordnungen, Maschinensicherheit nebst Qualitätssicherung in Industrie und Handwerk unter europäischen Vorzeichen, Umsetzung der neuen Maschinenrichtlinie, Gestaltung von Weiterbildungsmöglichkeiten zur Schaffung von Durchlässigkeiten im Bildungssystem sowie Anerkennungs- und Anrechenbarkeitsproblematiken zu informieren und praxisrelevante Fragen mit ausgewiesenen Experten der beruflichen Bildung zu diskutieren. Dabei bleibt als Fazit aus vielen Diskussionen eine gewisse Skepsis gegenüber der Wirksamkeit des DQR als Instrument des lebenslangen Lernens in Europa und es wurde deutlich, dass sich vor dem Hintergrund der gesamten Diskussion der Fachtagung noch weit reichende Fragestellungen abzeichnen, wenn es darum geht, die Auswirkungen des DQR im schulischen, betrieblichen, politischen und wissenschaftlichen Kontext abzuschätzen.

Prof. Dr. Georg Spöttl, Direktor des Instituts Technik und Bildung der Universität Bremen, griff in seinem Schlussvortrag unter der Überschrift „Der DQR – ein deutscher Fall“ Positionen der Eröffnungsvorträge vom Vortage wieder auf und zeichnete ein mögliches Zukunftsszenario, in dem einerseits „der Tod der Didaktik“ mit gravierenden Konsequenzen für die berufliche Bildung als Szenario für den Fall skizziert wurde, dass eine kompromisslose Outcome-Orientierung letztlich nicht mehr fragt, in welchen Prozessen Kompetenzen erworben werden, sondern nur noch prüft, ob sie generell vorhanden seien. Dies nahm Prof. Spöttl abschließend zum Anlass, im Plenum für eine hohe Aktivität im Rahmen der Arbeit jedes Einzelnen bei der Umsetzung des DQR in den anstehenden Schritten zu werben.

Abstracts und Präsentationen sind unter dem Punkt „BAG-Fachtagung 2012 in Aachen“ auf der Hompage www.bag-elektrometall.de zu finden. In loser Reihenfolge werden wichtige Beiträge in den nächsten Ausgaben von „lernen & lehren“ erscheinen.

Uli Neustock



21. Fachtagung der BAG Elektrotechnik-Informatik
und der BAG Metalltechnik vom 23. - 24. März 2011
im Rahmen der 16. Hochschultage Berufliche Bildung 2011 in Osnabrück

Kompetenzen und Karrierewege in elektrotechnischen und metalltechnischen Berufen
(Abstracts und Downloads)

Mit dem diesjährigen Rahmenthema der 16. Hochschultage Berufliche Bildung „Übergänge in der Berufsbildung nachhaltig gestalten: Potentiale erkennen – Chancen nutzen“ standen die Bundesarbeitsgemeinschaften Elektrotechnik-Informatik und Metalltechnik unter einem guten Stern. Mit über 150 registrierten Teilnehmern in 32 Vorträgen im Plenum sowie in sechs parallelen Arbeitskreisen kamen auch in diesem Jahr viele interessierte Fachleute aus der beruflichen Bildung nach Osnabrück, um neue und vielfältige Eindrücke mitzunehmen. Das Oberthema „Kompetenzen und Karrierewege in elektrotechnischen und metalltechnischen Berufen“ war für beide Bundesarbeitsgemeinschaften gleichermaßen aktuell.

Nach der Begrüßung von den Vorsitzenden der BAG Elektrotechnik-Informatik Falk Howe, und der BAG Metalltechnik, Ulrich Schwenger, ist die gemeinsame Fachtagung mit einem Vortrag zum Thema „Aktuelle Entwicklungen in den Berufsfeldern Elektrotechnik und Metalltechnik“ eröffnet worden. Nach einer lebhaften Diskussion im Anschluss des ersten Vortrages von Gert Zinke und seinen Mitarbeitern vom Bundesinstitut für Berufsbildung – BIBB zu neuen Weiter-bildungsformen folgte ein Beitrag zum Thema Einstufung der Aus- und Weiterbildungsberufe in den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR). Das von Hermann Nehls vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aufbereitete aktuelle Thema nahm insbesondere die Auswirkungen des DQR auf Karrierewege und die damit verbundene Durchlässigkeit zwischen den Bildungsbereichen in den Fokus. Dieser Beitrag bildete zusammen mit dem Abschlussvortrag zum Thema „Kompetenzen von Fachkräften – Ein europäischer Vergleich im Lichte der Probleme transnationaler Anerkennungen von Berufsqualifikationen“ von Willi Petersen vom  Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik der Universität Flensburg einen gelungenen Rahmen der Fachtagung.

Im Anschluss der Eröffnungsvorträge nahmen die sechs parallel verlaufenden Arbeitskreise ihre Arbeit mit folgenden Beiträgen auf:
  • AK1: Berufliche Übergänge in Europa,
  • AK2: Fachkräftemangel – Übergänge in die Berufsausbildung und den Beruf,
  • AK3: Erneuerbare Energien und Auswirkungen auf die Facharbeit, Teil 1: Überblick und Hintergrund, Teil 2: Praxisbeispiele (Hinweis: Dieser Arbeitskreis wurde aufgrund der zahlreichen Beitragsanmeldungen in zwei Teile unterteilt),
  • AK4: Elektromobilität und Auswirkungen auf die Facharbeit,
  • AK5: Neue Fertigungs- und Reparaturtechnologien und Auswirkungen auf die Fachar-beit (Beispiele aus der Region),
  • AK6: Technische Weiterbildung – Gestaltung im Rahmen innovativer Arbeits- und Produktionsprozesse.
Inhaltlich wurde hier das Tagungsthema „Übergänge in der Berufsbildung nachhaltig gestalten“ sehr differenziert bezogen auf die elektro- und metalltechnische Berufsbildung mit den Schwerpunkten „berufliche Mobilität innerhalb Europas“, „Übergänge von allgemeinbildenden Schulen in die berufliche Bildung“, „neue Technologien“ und „lebenslanges Lernen“ entfaltet. Den Teil-nehmern der Arbeitskreise ist damit ein sehr vielfältiges und anregendes Informations- und Diskussionsforum eröffnet worden.



In AK1 konnte mit zwei Vorträgen zum Thema Kompetenzmodellierung/ -messung der aktuelle Diskussionsstand aufgezeigt werden. Zwei weitere Vorträge befassten sich mit Fragestellungen zu kulturellen und systemischen Unterschieden bezüglich Arbeitsprozess, Kompetenzentwick-lung in europäischen Ländern und zu den europaweiten Übergängen von der beruflichen Erstausbildung in ein Weiterbildungssystem.

Die vier Vorträge im AK2 boten ebenfalls ein breites Informationsspektrum. So gab es Vorträge zum Thema Fachkräftemangel und die Rolle des öffentlichen Schulwesens sowie zur technischen Dokumentation in der Metalltechnik als „Brücken-Skill“ zum Einstieg in berufliches Lernen. Weiterhin wurden Übergangssysteme am Beispiel des Berufsgrundschuljahr Fahrzeugtechnik und des Secondhandsektors vorgestellt.

AK3 bot mit insgesamt 9 Vorträgen das zahlenmäßig umfangreichste Programm. Hier standen vor allem Themen wie Mitgestaltung der Energiewende, Wandel der Facharbeit in den Branchen Windenergie und Solartechnik, Qualifikationsanforderungen beim Aufbau von Offshore-Windparks und Nachhaltigkeit in Abschlussprüfungen im Zentrum der Präsentationen und Diskussionen. Im 2. Teil des Arbeitskreises sind eher praxisorientierte Beiträge zu den Bereichen Qualifizierungsangeboten für Brennstoffzellen-Heizgeräte, Aus- und Weiterbildung in der Solartechnik, Arbeitsaufgaben zur Installation von PV-Anlagen, Unterrichtsprojekt nachgeführter Solarturm und Lernsituationen und Zusatzqualifikationen im Bereich der erneuerbaren Energien vorgestellt worden.

Das aktuelle Thema Elektromobilität und die größtenteils ungeklärten Fragen ihrer Auswirkun-gen auf die Facharbeit wurden in AK4 durch drei Vorträge aufgegriffen. Diese befassten sich mit den veränderten Qualifikationsanforderungen für sicherheitsgechtes Arbeiten an elektrifizierten Fahrzeugen und mit Überlegungen zu einem neuen Berufsbildungskonzept im Kfz-Gewerbe.

Mit innovativen didaktischen Konzepten an einer Berufsschule in Osnabrück beschäftige sich der regionsbezogene AK5. In diesem Arbeitskreis befassten sich drei Vorträge zu didaktischen Konzepten in der Metalltechnik und ein Vortrag zu den motivationsfördernden Auswirkungen von neuen Medien auf Unterrichtsprozesse. Besondere Anschaulichkeit erlangte dieser Arbeitskreis durch die Einbindung in die Lernumgebung der Berufsbildenden Schulen Osnabrück Brinkstraße.

AK6 konnte mit insgesamt 6 Beiträgen zur technischen Weiterbildung an verschiedene aktuelle Themen anknüpfen. So befassten sich die Beiträge mit einer outcome-orientierten Identifizierung von Kompetenzen in der Weiterbildung, mit einem Projekt zur Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge, mit der Anschlussmöglichkeit von Technikerqualifikation an Hochschulstudiengänge, mit der Weiterbildung innerhalb innovativer Produktionsprozesse, mit der Fachschulbildung in Deutschland und der 2. Phase des Deutschen Qualifikationsrahmens.
Ein umfangreicherer Überblick über die gemeinsamen Fachtagungen der BAG Elektrotechnik-Informatik und der BAG Metalltechnik werden im Tagungsband der Hochschultage in gedruckter Form erscheinen. Darüber hinaus wird eine Auswahl an Beiträgen – wie schon im Anschluss an die letzten Hochschultage Berufliche Bildung 2008 – in einer Spezialausgabe der Online-Zeitschrift bwp@ (www.bwpat.de) veröffentlicht.
Wilko Reichwein

Wie immer werden die meisten Beiträge veröffentlicht und ab Oktober bei bwp@ | Spezial erhältlich sein. Schon jetzt können Sie sich einen Überblick auf der Abstract-Seite der BAG-Homepage verschaffen.  Weiter


20. Fachtagung der BAG Elektrotechnik-Informatik
und der BAG Metalltechnik vom 23. - 24. April 2010 in Mannheim und Heidelberg

Lernfelder - Neue Horizonte

oder Orientierungsverlust?

Was die Neuordnung der Berufsbildung bewirkt hat.  (Abstracts)

Nach knapp 15 Jahren Lernfeld-Konzept ist es an der Zeit Bilanz zu ziehen. – Dieser Herausforderung haben sich am 23. und 24. April gemeinsam die Bundesarbeitsgemeinschaften (BAG) für Berufsbildung in den Fachrichtungen Metalltechnik und Elektrotechnik-Informatik gestellt.

Zur Einstimmung erhielten die Teilnehmer einen umfassenden Einblick in die „Best Practice in der Ausbildung der John Deere Werke Mannheim“ in Lernortkooperation mit der Werner-von-Siemens- und der Carl-Benz-Schule Mannheim. Die Nähe zur Berufsbildungs-praxis setzte sich gewissermaßen als „Qualitätsmerkmal“ im Verlauf der Fachtagung fort.

Nach der offiziellen Eröffnung und Begrüßung durch den Vorsitzenden der BAG Metalltechnik, Ulrich Schwenger, und der Rektorin der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Prof. Dr. Anneliese Wellensiek, wurde im Rahmen der Einführungsvorträge der Frage nach-gegangen, ob das Lernfeld-Konzept „Eine neue Ära der Berufsbildung?“ eingeleitet hat. Dr. Martina Müller aus dem Kultusministerium

Sachsen-Anhalt resümierte dabei die in Modellversuchen ermittelten Erfolge, Rahmenbedingungen und politischen Vorgaben. „Das Lernfeld im Spiegel betrieblicher Ausbildung“ wurde durch Dieter Wachenfeld von den John Deer Werken Mannheim beleuchtet.

OStD Dr. Thomas Berben bereicherte mit seinem Beitrag: „Berufsschule der Zukunft? - Bilanz und Ausblick nach der Lernfeldeinfüh-rung am Beispiel der Staatlichen Gewerbeschule Energietechnik in Hamburg“ die Auseinandersetzung mit dem Lernfeld-Konzept um die berufsschulische Perspektive, sowie auch Prof. Dr. Peter Röben von der Pädagogische Hochschule Heidelberg, der die „Die ler-nende berufliche Schule und das Lernfeldkonzept“ als untrennbare Elemente der Schulentwicklung aus organisationstheoretischer Sicht herausstellte.

Bereits während der Vortragsreihe wurde durch die Fülle der Fragen, Wortmeldungen und Diskussionsbeiträge deutlich, dass die BA-Gen mit dem Lernfeld-Konzept ein Thema ausgewählt hatten, an dem großes Interesse besteht und welches die Diskussion an den beruflichen Schulen nach wie vor dominiert. Die Frage danach, ob und wie Lernfelder Einzug in den Unterricht halten können und sollen, begleitete somit die Teilnehmer durch die Tagung.

Einen Schwerpunkt des vielfältigen und intensiv genutzten Workshop-Angebots am zweiten BAG-Fachtag bildeten die Foren zur Lern-feldpraxis. Für die Fachrichtungen Elektrotechnik-Informatik, Versorgungstechnik, Fahrzeugtechnik und Metalltechnik wurden sowohl die curriculare
Umsetzung, didaktisch-methodische Grundsätze und die Ausgestaltung von Lernsituationen im Rahmen des Lernfeld-Konzepts fokussiert. Im Workshop „Die lernende Schule im Lernfeldkonzept“ wurde die Schule als lernende und selbstständige Orga-nisation diskutiert und in Beziehung zur Lernfelddidaktik und zum Handlungsfeld der Lehrerausbildung gestellt. Ein weiterer Workshop zur Auseinandersetzung mit Prozessen der Kompetenzentwicklung im Lernfeld-Konzept rundete das breite Angebotsspektrum des zweiten Tages adäquat ab.

Bilanz der Fachtagung ist eine breite, engagierte und kritische Auseinandersetzung mit dem Tagungsthema. Berufsbildungspraxis,  organisation und –wissenschaften haben seit dem „Lernfeldblitz“ viel erreicht. Die Zusammenhänge zwischen Lernfeldern und einer arbeitsprozessorientierten Didaktik und das Ziel einer wirkungsvollen und zukunftsfähigen Berufsbildung insgesamt sind klarer profiliert, als zu Beginn der Lernfeld-Ära. Dennoch gilt es, sowohl das Konzept als auch die Umsetzung praktisch, organisatorisch und wis-senschaftlich weiter zu entwickeln, gerade auch im Hinblick auf die im Schlussvortrag von Martin Sabelhaus aus dem Kultusministeri-um Baden-Württemberg in der Diskussion um den Deutschen Qualifikationsrahmens dargestellte europäische Dimension der Berufs-bildung.

In seinem Schlusswort unterstrich Reinhard Geffert, Mitglied des Vorstandes der BAG Elektrotechnik-Informatik, den Eindruck der Teilnehmer, mit der Lernfelddidaktik neue Horizonte der Berufsbildung eröffnet zu haben.

Alexander Maschmann


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